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Kunst der Verhüllung

28 Okt

Autor: admin - Kategorie: Dienstleistungen

Immer wieder bewundert man in den großen Städten die großflächigen Verhüllungen von Neubauten oder renovierten Bauwerken. Meist werden sie als gigantische Werbefläche genutzt, was in der Tat Eindruck macht und meist viel besser aussieht, als es eine unbedruckte Plane für ein Gerüst je tun könnte. Auch andere großflächige Werbebanner und auch Werbeplanen, die an belebten Straßenkreuzungen oder an Brücken angebracht sind, prägen heute die Eindrücke von einer Großstadt. Dass diese Art auf etwas aufmerksam zu machen so einen Aufwind genommen hat, ist sicher nicht allein der technischen Machbarkeit für den Werbebanner-Druck zu verdanken, sondern einem berühmten Künstler-Ehepaar. In den 70er Jahren begannen Christo und seine Frau Jeanne-Claude große historische Gebäude oder Industriebauten mit Stoffen zu verhüllen.

Im Jahre 1976 vollendeten sie eines ihrer gigantischsten Großprojekte – den „Running Fence“. Auf Stahlpfosten und Stahlseilen spannten sie auf einer Länge von 39,5 Kilometern einen 5,50 Meter hohen weißen Stoff, der quer durch die Landschaft Kaliforniens bis an die Küste des Pazifiks verlief. Unzählige Luftbilder und Postkartenaufnahmen sowie TV Dokumente und Bücher legten Zeugnis ab von der unglaublichen Schönheit dieser Aktion. Christo und Jeanne-Claude brauchten 3 Jahre um dieses Projekt fertig stellen zu können. Allein die vielen Genehmigungen der verschiedenen Behörden und Landbesitzer, die man einholen musste, hat die meiste Zeit verschlungen. Am 10. 9. 1976 war es dann aber so weit, die Künstler hatten 2050 Stahlpfähle, 145 Kilometer Stahlseile und 160.000 m² Nylongewebe verbaut und ein erhabenes Kunstwerk geschaffen. Allerdings mussten die Künstler im Nachhinein noch eine Geldbuße in Höhe von 60.000 Dollar zahlen, weil sie es versäumt hatten für das letzte Stück „Running Fence“ die Genehmigung der Küstenregion einzuholen. Das konnte den beiden knapp 20 Jahre später bei der Verhüllung des Berliner Reichstags nicht passieren. Da hatte man sie zu all dem eingeladen. Und diese gigantischen Aktionen haben sich einfach im Hinterkopf der Werbe-Leute festgesetzt, aber auch bei den Menschen in den Verwaltungen, die nun solchen Projekten viel offener gegenüberstehen.

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